Ratgeber
Coworking, Business Center oder eigenes Büro? Der Kostenvergleich
Stand: 11.09.2026 · Leineraum
Coworking ist pro Arbeitsplatz in der Regel günstiger als ein eigener Raum: Ein flexibler Schreibtisch kostet laut Vergleichsportalen meist 150 bis 250 € im Monat, ein fester Platz etwa 200 bis 350 €. Ein Private Office im Business Center oder ein eigenes Büro ist pro Person teurer, bietet dafür einen abschließbaren Raum, Ruhe für Telefonate und Schutz für vertrauliche Unterlagen. Sobald zwei Personen einen Raum teilen, schrumpft der Preisabstand deutlich.
Dieser Vergleich stellt die vier gängigen Modelle vor – Hot Desk, Fixed Desk, Private Office und eigenes möbliertes Büro –, rechnet die Kosten pro Arbeitsplatz nach und zeigt, welche Lösung zu welcher Arbeitsweise passt. Vorab zur Einordnung: Leineraum vermietet ausschließlich eigene Büros, keine Coworking-Plätze.
Coworking, Business Center, eigenes Büro: vier Modelle im Überblick
Hot Desk (Flex Desk): der nächste freie Platz
Sie buchen Zugang zu einer offenen Arbeitsfläche und setzen sich dorthin, wo gerade etwas frei ist. Laptop, Unterlagen und Headset nehmen Sie abends wieder mit; für persönliche Dinge gibt es bestenfalls ein Schließfach. Abgerechnet wird per Tagespass, Mehrfachkarte oder Monatspauschale.
Fixed Desk: fester Schreibtisch im offenen Raum
Der Schreibtisch gehört Ihnen allein, der Raum dagegen allen. Sie können einen Monitor stehen lassen und finden Ihren Platz morgens so vor, wie Sie ihn verlassen haben. Gespräche am Nachbartisch hören Sie trotzdem mit – und die anderen hören Ihre.
Private Office im Business Center
Ein abschließbarer Raum für eine oder mehrere Personen innerhalb einer größeren, professionell betriebenen Fläche. Empfang, Besprechungsräume und Postservice gehören häufig zum Angebot, teils im Preis enthalten, teils gegen Aufpreis. Viele Business Center kombinieren Private Offices und Coworking-Flächen unter einem Dach.
Eigenes möbliertes Büro
Ein separater Raum, den Sie allein oder mit Ihrem Team nutzen – eingerichtet, mit pauschal abgerechneten Nebenkosten, aber ohne offene Fläche vor der Tür. Gemeinsam genutzt werden meist nur Küche, Flure und Sanitärräume. Solche Büros werden oft als „Büro auf Zeit“ mit kurzer Mindestlaufzeit angeboten. Wie sich dieses Vertragsmodell vom klassischen Gewerbemietvertrag über leere Räume unterscheidet, erklärt der Ratgeber Büro auf Zeit oder Gewerbemietvertrag?
Coworking-Kosten: Was ein Arbeitsplatz im Monat kostet
Eine amtliche Statistik zu Coworking-Preisen gibt es nicht. Brauchbare Anhaltspunkte liefern Buchungs- und Vergleichsportale, die die Preise vieler Anbieter auswerten. Die Buchungsplattform Wezoo nennt auf Basis von 133 erfassten Standorten (Stand 27.07.2026) folgende Spannen, jeweils inklusive Mehrwertsteuer:
- Tagespass: 23 bis 130 € pro Tag, der Median liegt bei rund 54 €
- Flex Desk: 150 bis 250 € pro Monat
- Fixed Desk: 200 bis 350 € pro Monat
- Privatbüro für Teams: ab 300 € pro Person und Monat
Das Portal coworkingguide.de weist für 2026 bundesweite Durchschnittswerte von 244 € für einen Flex Desk, 308 € für einen Fix Desk und 463 € für einen Arbeitsplatz im privaten Büro aus – allerdings ohne Angabe, ob es sich um Netto- oder Bruttopreise handelt. Die Wezoo-Daten stammen nach Angabe der Plattform überwiegend von großen Business-Center-Marken.
Für Hannover und das Umland veröffentlichen beide Portale keine eigenen Werte. Die Zahlen taugen deshalb als Orientierung; was ein Platz vor Ort tatsächlich kostet, zeigen erst konkrete Angebote. Bei regelmäßiger Nutzung lohnt ein Blick auf den Tarif: Wer an 20 Tagen im Monat einen Tagespass zum Medianpreis kauft, zahlt rund 1.080 € – ein Vielfaches eines Monatstarifs.
Die Modelle im direkten Vergleich
| Kriterium | Hot Desk | Fixed Desk | Private Office (Business Center) | Eigenes möbliertes Büro |
|---|---|---|---|---|
| Preis pro Arbeitsplatz und Monat (Portaldaten, brutto) | 150–250 € | 200–350 € | ab ca. 300 € pro Person | Raumpreis geteilt durch Personenzahl |
| Abschließbarer Raum | nein | nein | ja | ja |
| Fester Platz | nein | ja | ja | ja |
| Vertrauliche Gespräche am Platz | kaum möglich | kaum möglich | möglich | möglich |
| Geschäftsadresse | meist Zusatzleistung | meist Zusatzleistung | je nach Paket | je nach Vertrag |
| Typische Bindung | Tag bis Monat | Monat | je nach Paket, oft mehrere Monate | je nach Vertrag, teils ab wenigen Monaten |
Preise laut Wezoo (Stand 27.07.2026); übrige Angaben sind typische Merkmale und können im Einzelfall abweichen.
Kosten pro Arbeitsplatz richtig vergleichen
Coworking-Preise gelten pro Person, Büropreise pro Raum. Vergleichbar werden beide erst, wenn Sie den Raumpreis durch die Zahl der Personen teilen, die dort tatsächlich arbeiten.
Wie viele Arbeitsplätze passen in einen Raum?
Einen Anhaltspunkt liefert die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A1.2 „Raumabmessungen und Bewegungsflächen“. Danach dürfen als Arbeitsräume nur Räume genutzt werden, deren Grundfläche mindestens 8 m² für einen Arbeitsplatz zuzüglich mindestens 6 m² für jeden weiteren Arbeitsplatz beträgt (Abschnitt 5 Absatz 3). Für Einzel- und kleine Mehrpersonenbüros nennt die Regel als Richtwert 8 bis 10 m² je Arbeitsplatz einschließlich Möblierung und anteiliger Verkehrsflächen im Raum (Abschnitt 5 Absatz 4).
- 1 Arbeitsplatz: mindestens 8 m²
- 2 Arbeitsplätze: mindestens 14 m²
- 3 Arbeitsplätze: mindestens 20 m²
Die ASR richtet sich an Arbeitgeber. Wer allein arbeitet, kann sie als Planungshilfe nutzen – bequem wird es meist erst oberhalb der Mindestwerte.
Rechenbeispiel: ein Raum, zwei Personen
Angenommen, ein möblierter Raum mit rund 15 m² kostet 500 € netto im Monat einschließlich Nebenkosten (Beispielwert, kein Marktdurchschnitt). Allein genutzt, sind das 500 € pro Arbeitsplatz – deutlich mehr als ein Fixed Desk. Zu zweit sind es 250 € netto pro Person, brutto knapp 300 € und damit innerhalb der Spanne, die Wezoo für einen festen Coworking-Platz nennt.
Achten Sie beim Vergleich auf brutto und netto: Coworking-Portale zeigen häufig Bruttopreise, Büroangebote werden meist netto ausgewiesen. Für Unternehmen mit Vorsteuerabzug zählt in der Regel der Nettobetrag, für alle anderen der Bruttobetrag.
Zusatzkosten, die in keinem Monatspreis stehen
Nach Wezoo sind WLAN, Strom, Möbel, Gemeinschaftsküche und Reinigung im Coworking üblicherweise enthalten. Separat berechnet werden dagegen oft:
- Besprechungsräume, meist stunden- oder kontingentweise
- eine Postadresse bzw. Geschäftsanschrift
- Schließfächer für Unterlagen und Arbeitsmaterial
- Parkplätze
Wer jede Woche Kundentermine hat oder täglich mit dem Auto kommt, sollte diese Posten vor dem Vergleich einrechnen. Beim eigenen Büro gilt dasselbe umgekehrt: Fragen Sie, ob Parkplätze, Besprechungsraum und Reinigung im Preis enthalten sind.
Ruhe und Vertraulichkeit: Hier unterscheiden sich die Modelle am stärksten
In offenen Flächen hören andere mit – bei Kundentelefonaten, Videokonferenzen und Gesprächen im Team. Die ASR A1.2 geht für Großraumbüros wegen höherer Verkehrsflächen und möglicher Störwirkungen, etwa durch Geräusche, von 12 bis 15 m² je Arbeitsplatz aus. Offene Coworking-Flächen sind damit vergleichbar: Konzentriertes Arbeiten gelingt dort vielen Menschen gut, vertrauliche Gespräche dagegen nur in Telefonboxen oder gebuchten Räumen.
Hinzu kommt der Datenschutz. Wer personenbezogene Daten verarbeitet – Kundendaten, Bewerbungen, Gesundheitsdaten –, muss nach Art. 32 DSGVO geeignete technische und organisatorische Maßnahmen treffen, um ein dem Risiko angemessenes Schutzniveau zu gewährleisten; dazu gehört ausdrücklich die Fähigkeit, die Vertraulichkeit der Systeme und Dienste auf Dauer sicherzustellen. Die Verordnung schreibt keinen bestimmten Arbeitsort vor. Im Coworking bedeutet das aber mehr Aufwand: Sichtschutzfolie, Headset, keine offen liegenden Unterlagen, abschließbarer Schrank. Ein Raum mit Tür vereinfacht vieles. Berufsgeheimnisträger wie Steuerberater, Rechtsanwältinnen oder Heilberufe sollten zusätzlich die Vorgaben ihrer Kammer prüfen.
Geschäftsadresse: Schreibtisch ist nicht gleich Anschrift
Viele Gründer brauchen neben dem Arbeitsplatz eine Adresse für Gewerbeanmeldung, Impressum oder Handelsregister. Ein Coworking-Tarif berechtigt nicht automatisch dazu, die Anschrift des Spaces geschäftlich zu verwenden; Postadresse und Briefkastenbeschriftung sind bei vielen Anbietern eine eigene Leistung. Klären Sie vor Vertragsschluss:
- Darf die Adresse für Gewerbeanmeldung, Handelsregister und Impressum genutzt werden?
- Wird Post angenommen, und wie erfahren Sie davon?
- Steht Ihr Firmenname am Briefkasten oder am Eingang?
- Was passiert mit der Adresse, wenn Sie den Tarif wechseln oder kündigen?
Wer ein eigenes Büro mietet, kann dessen Anschrift in der Regel als Geschäftsadresse verwenden. Was eine Geschäftsadresse vom Firmensitz unterscheidet, lesen Sie im Ratgeber Geschäftsadresse vs. Firmensitz.
Flexibilität: kurzfristig starten, wachsen, verkleinern
Coworking ist besonders beweglich: Tagespässe und Monatstarife lassen sich meist ohne lange Bindung buchen und wieder beenden. Private Offices in Business Centern werden häufig als Paket über mehrere Monate angeboten. Prüfen Sie bei „ab“-Preisen, auf welche Laufzeit und Raumgröße sie sich beziehen – bei längerer Bindung können Monatspreise niedriger ausfallen als bei kurzer.
Beim Wachstum kehrt sich das Bild teilweise um. Im Coworking buchen Sie einfach einen weiteren Platz, sofern einer frei ist. Im eigenen Büro ist mit der dritten oder vierten Person irgendwann Schluss, dann steht ein Umzug in einen größeren Raum an. Fragen Sie deshalb früh, ob der Vermieter größere Einheiten im selben Haus hat.
Coworking oder eigenes Büro: Für wen passt was?
- Hot Desk: Sie arbeiten überwiegend mobil oder im Homeoffice, brauchen nur an einzelnen Tagen einen Schreibtisch außer Haus und schätzen den Kontakt zu anderen Selbstständigen.
- Fixed Desk: Sie sind mehrmals pro Woche vor Ort, arbeiten allein und führen selten vertrauliche Gespräche.
- Private Office im Business Center: Sie brauchen einen eigenen Raum und legen Wert auf Empfang, Service und viele Besprechungsräume im Haus – und nehmen dafür einen höheren Preis pro Arbeitsplatz in Kauf.
- Eigenes möbliertes Büro: Sie arbeiten täglich, empfangen Kunden, telefonieren viel oder sind zu zweit – und brauchen eher Ruhe und einen festen Ort als Community-Angebote.
Einordnung: eigenes Büro statt Coworking bei Leineraum
Leineraum, eine Marke der GoBüro24 GmbH, bietet weder Coworking-Plätze noch Tagespässe an. Wer einen Hot Desk sucht, ist bei einem Coworking-Space besser aufgehoben. Vermietet werden abschließbare, voll möblierte Büros in Langenhagen, in der Wedemark und in Hildesheim, mit Zugang rund um die Uhr. In Langenhagen (15 m²) und in der Wedemark (16 und 28 m²) kosten die Räume jeweils 499 € im Monat zzgl. MwSt., einschließlich Strom, Heizung, WLAN und Reinigung; die Laufzeit beginnt bei drei Monaten. Für die Einheiten in Hildesheim, rund 150 m vom Hauptbahnhof, nennt Leineraum Preise auf Anfrage. Details unter Büro mieten bei Hannover und Standort Hildesheim.
Kurz zusammengefasst
- Coworking kostet laut Portaldaten meist 150 bis 250 € (Flex Desk) bzw. 200 bis 350 € (Fixed Desk) pro Monat, jeweils brutto.
- Business Center und eigene Büros sind pro Person teurer, bieten aber einen abschließbaren Raum.
- Vergleichen Sie pro Arbeitsplatz: Raumpreis geteilt durch Personenzahl, netto mit netto.
- Nach ASR A1.2 braucht ein Arbeitsraum mindestens 8 m² für den ersten und 6 m² für jeden weiteren Arbeitsplatz.
- Besprechungsräume, Postadresse, Schließfach und Parkplatz kosten im Coworking oft extra.
- Wer vertraulich arbeitet, täglich vor Ort ist oder zu zweit arbeitet, fährt mit einem eigenen Raum meist besser.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Preisangaben Dritter ohne Gewähr.
Quellen
- Wezoo: „Was kostet ein Coworking Space? Preise 2026“, Stand 27.07.2026
- coworkingguide.de: „Was kostet ein Coworking Space in Deutschland (2026)?“
- Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: ASR A1.2 Raumabmessungen und Bewegungsflächen, Abschnitt 5
- Verordnung (EU) 2016/679 (DSGVO): Art. 32 Sicherheit der Verarbeitung